Über 1000 Jahre Dorfgeschichte auf einen Blick – von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1022 bis heute.
1022–1785Mittelalter und frühe Neuzeit
- 1022
Erste urkundliche Erwähnung; Bischof Bernward zu Hildesheim nahm eine Bestandsaufnahme seiner Ländereien vor.
- 1542
Mutterkirche Lühnde und auch Wirringen wechseln zur lutherischen Lehre. Elisabeth von Calenberg-Göttingen führte die Reformation ein, nachdem Martin Luther 1517 seine 95 Thesen bekannt gemacht hatte.
- 1543
Errichtung einer Kaplanei durch die Mutterkirche von Lühnde, das Dorf besaß schon in vorreformatorischer Zeit eine eigene Kapelle. Erster Inhaber der Stelle war der Kaplan Nikolaus Oporinus.
- 1593/94
Errichtung einer eigenen Küsterei (Pfarrhaus) durch Kaplan Herrmann Hollmann.
- 1638
Bau der Wirringer Bockwindmühle auf dem Mühlenberg an der Landstraße nach Wehmingen auf dem Feld von Bauer Borm. 1643 Umsetzung nach Müllingen auf Befehl des Herzoges von Braunschweig-Lüneburg. Bis 1888 Mühlenbetrieb in Müllingen, Abbau und Verkauf an Joseph Vollmer nach Machtsum, Kreis Hildesheim. Die Mühle gehört dem Urenkel Josef Sander und ist seit 1976 an dem Machtsumer Verein verpachtet und noch heute (2020) für die Nachwelt erhalten.
- 1644
Zerstörung der Kapelle und Raub der Kirchenglocke von den Feinden im Dreißigjährigen Krieg. Wiederaufbau mit Guss einer neuen Glocke direkt in Wirringen.
- 1667/77
Loslösung von der Mutterkirche Lühnde 1667. Einführung des ersten Pastors Henning Röper direkt in Wirringen 1677. Die Pfarrstelle mit dem gemeinsamen Pastor heißt fortan Kirchengemeinde Wirringen-Wehmingen und gehört zum Patronat Sültekloster (St. Bartholomäus) bis zu deren Auflösung, dann Landesherr bis 1871.
- 1785
Grundlegende Erneuerung des Kirchenhauses unter der Leitung von Pastor Sattler. Der westliche Anbau mit Treppenhaus an das Hauptgebäude in Ziegelsteinbauweise erfolgte mit einer neuen Eingangstür und Einarbeitung der Jahreszahl 1785 in der Türumrandung. Ein Durchbruch zum Kirchenschiff entstand mit einer zusätzlichen
Eingangstür sowie ein Durchbruch zur Empore. Somit wurde der Eingang zum Innenraum von der Nord-West Ecke verlegt, erkennbar noch heute an der veränderten Sandstein Laibung des Fensters. Die Beerdigungen fanden zu der Zeit auf dem Kirchhof an der Kirche statt.
Die St.-Michael-Kirche am Thie
1815–1895Das 19. Jahrhundert
- 1815
Neubau des Pfarrhauses an der Wirringer Straße für die Kirchengemeinde Wirringen-Wehmingen.
- 1850
Erste große Feld-Flurbereinigung.
- 1893
Bau der Molkerei an der heutigen Sarstedter Straße, Betrieb bis 1966. Verkauf an Firma Hantigk.
- 1895
Das Pfarrhaus an der Wirringer Straße wurde modernisiert.
1902–1945Vom Kaiserreich bis zum Kriegsende
- 1902
Gründung der Wirringer Freiwilligen Feuerwehr
- 1908
Anlegung des neuen Friedhofes am Weg Richtung Wehmingen unter der Leitung von Pastor Klose. Bei der Verkoppelung von 1850 war der Platz für den neuen Friedhof vorgesehen worden.
- 1908
Neubau der Schule, Ecke Vogtei-Ruthe Straße – Wirringer Weg, vorher Beschulung in Wehmingen. Bezugsfertig am 1. April und kostete 18.800 Mark.
- 1909/10
Neues Pastorenhaus: Bau eines Hauses an der Vogtei-Ruthe Straße für den Vorstand des Kaliwerkes Hohenfels. Bedingt durch Schließung des Kaliwerkes kam es nicht mehr zum Einzug. Unter Pastor Klose wurde das zu 90% vom Kaliwerk finanzierte Haus erstanden. Die Restfinanzierung erfolgte von der Kirchengemeinde Wirringen
–Wehmingen durch den Verkauf des alten Pfarrhauses an Familie Neure. Familie Neure hatten ein Gasthaus mitten im Dorf zwischen ehemals Nr. 14b und 15, jetzt als Gartenland genutzt. Das Gasthaus ist 1905 abgebrannt und wurde nicht wiederaufgebaut. Die Familie kaufte das Grundstück mit dem alten Pfarrhaus und es entstand eine neue Gaststätte mit dem Namen „Gasthaus Niedersachsen“. - 1911
Erste oberirdische Stromversorgung mit 110 Volt.
- 1912
Gründung des Männergesangvereins Wirringen (MGV) (nähere Informationen siehe Homepage)
- 1913
Bau des ersten Kriegerdenkmales nach 100 Jahren zum Gedenken der Soldaten, die an den Kriegen von 1813/1815 (napoleonischen Kriegen), 1866 (preußisch-deutscher Krieg) und 1870/71 (deutsch-französischer Krieg) teilnahmen.
- 1931
Ein Ortswappen mit dem Erzengel Michael wurde im Gemeinderat beschlossen.

Das Wirringer Wappen - 1944
Am 26.11. fielen fünf Bomben durch Flugzeuge, eine am Thie (wurde 1971 geborgen), eine in den Garten von Familie Borm und drei weitere auf Felder unmittelbar am Dorfrand. Menschen kamen dabei nicht ums Leben, es entstand nur Sachschaden. Am 9. April schritten amerikanische Soldaten in Wirringen ein.
1946–1973Nachkriegszeit und Wachstum
- 1946-50
Renovierung des Kirchhauses. 1948 war die Kirchturmspitze durch Sturm herabgeweht und 1950 wieder aufgerichtet mit repariertem Turmhahn, der mehrfach mutwillig durchschossen worden war. Zu der Zeit war Pastor Hoffmann in der Kirchengemeinde.
- 1952
Umstellung der Stromversorgung auf 220 Volt.
- 1953
1. Neubausiedlung für Flüchtlinge des II. Weltkrieges an der heutigen Vogtei-Ruthe Straße.
- 1954
Ausbau der Dorfstraße mit Teer Überzug mit eigener großer Straßenwalze in Eigenleistung der Anlieger, die dazu je nach Größe des Grundstückes verpflichtet wurden.

Die Wirringer Straße im Jahr 1956 - 1956
Anlegung des Feuerwehrlöschteichs, dafür wurde der dortige Schulgarten aufgelöst. Zuvor war das sumpfige Gelände zur Gewinnung von Flachs (Flachsrotten) zum Weben genutzt worden.
- 1960
Bau der Autobahn A7 durch die Feldmark von Müllingen. Eine Planung sah vor, dass die Trasse zwischen den damaligen noch getrennten Ortschaften Müllingen und Wirringen verlaufen sollte.
- 1962
Bau der Trinkwasserversorgung mit Harzwasser aus der Sösetalsperre.
- 1965
Zweite große Feld-Flurbereinigung mit Drainagen-Einbau zur Entwässerung der Felder und Ausbau der landwirtschaftlichen Feldwege mit Betonoberfläche.
- 1968
2. Neubausiedlung, Beekstrasse/Molkereiweg. 1. Abschnitt mit dem Kanalisationsbau bis zum Thie und einer Klärgrube am Grenzgraben zu Müllingen, Bau der Beekstrasse mit Bürgersteig.
- 1971
Bombenräumung einer fünf Zentner Bombe am Thie
- 1972
3. Neubausiedlung, Wiesenhof. 2. Abschnitt der Kanalisation für das restliche Dorf mit Klärgrube am nördlichen Dorfrand in der Feldmark. Ausbau der Straßen mit Fußwegen.
- 1973/74
Renovierung bzw. Malerarbeiten des Kirchhauses innen mit Überstreichung der alten schönen Sprüche durch schlichten Farbanstrich, Ausbau von Bänken und Installation der Zentralheizung.
- 1973
Verkauf des Schulgebäudes mit Grundstück an Privateigentümer.
seit 1974Seit der Gebietsreform
- 1974
Gebietsreform, Wirringen kommt vom Landkreis Hildesheim-Marienburg (Regierungsbezirk) zum Landkreis Hannover zur Gemeinde Sehnde (jetzt Stadt Sehnde) mit seinen 15 Ortsteilen inklusive des Ortsteils Sehnde.
- 1975
Einführung von neuen Postanschriften und Straßennamen in der Gemeinde Sehnde, 3001 Wirringen wird zu 3163 Sehnde 13
- 1978
17-jährige nach Tanz beim Wirringer Dorffest ermordet. Daraufhin wurden einige Dorfbewohner verdächtigt. Erst Jahre später wurde der Täter ermittelt, es handelte sich um einen Bekannten des Mädchens, der ihr auf dem Nachhauseweg aufgelauert hatte
- 1983
Bau der Druckrohrleitung für Abwasser. Von der Klärgrube ausgehend unter dem Ackerland nach Müllingen, dann entlang der Landstraße nach Sehnde zur Kläranlage.
Bau einer neuen Leichenhalle direkt neben der Kirche durch die politische Gemeinde, Baukosten ca. 70.000 DM.
- 1986
Wohnungsbrand mit Todesfolge, ein jungverheiratetes Paar starb am Silvestermorgen.
- 1992
Gasleitungsbau, Verlegung in der Straße mit Grundstücksanbindung auf Wunsch.
- 1996
Entsorgung der Stromoberleitungen und Masten bedingt durch unterirdische Verlegung der Stromleitungen Mitte der 1980er Jahre und Installation der neuen Straßenbeleuchtung.
- 1999
Renovierung des Kirchenvorplatzes am Thie
- 2002
Entschärfung einer Luftmine aus dem II. Weltkrieg am Thieplatz
- 2002
Die freiwillige Feuerwehr feiert das 100jährige Jubiläum zusammen mit dem MGV, der 90 Jahre besteht.
- 2011
Am 6. Juni 2011 wurde die Interessengemeinschaft „Wirringer-Oldtimer-Freunde 6.6.11“ (W.O.L.F.) gegründet.
- 2012
Der Wirringer Männergesangverein (MGV) feiert sein 100jähriges Jubiläum
- 2013
Bau des Feuerwehrgerätehauses für die noch eigenständigen Feuerwehren Müllingen und Wirringen.
- 2013-15
Renovierung des Glockenturmes mit Kirchturmkugel und Wetterhahn.
- 2015
Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr Müllingen-Wirringen“
Neuer Ortsbrandmeister Thomas Grun - 2015
Nach Auszug des letzten Pastorenehepaares wurde das Pfarrhaus von der Stadt Sehnde angemietet zur Unterbringung von Asylsuchenden.
- 2018
Verkauf des Pastorenhauses mit Grundstück an Privateigentümer.
- 2020
Zu Pfingsten geht die Internetseite wirringen.de online.
- 2020
Der Glasfaser-Ausbau für Wirringen und Müllingen ist beschlossen: Nach erfolgreicher Vermarktungsphase kommt schnelles Internet ins Dorf.
- 2021
Bürgerversammlung am 22. September zur Vorbereitung der 1000-Jahr-Feier; im Oktober nehmen das Vorbereitungskomitee und die Arbeitsgruppen ihre Arbeit auf.
- 2022
1000 Jahre Wirringen: Unter dem Motto „WIR sind Wirringen“ feiert das Dorf sein Jubiläum. Am 8. Mai wird beim Festsonntag am Thie ein Gedenkstein enthüllt, rund 800 bis 1.000 Gäste feiern mit. Vom 2. bis 4. September folgt das große Festwochenende mit Kranzniederlegung, Festkommers, Schützenfest und Festumzug; den Abschluss bildet der Weihnachtsmarkt am 26. November auf dem Hof Spörr.
Im Mai erscheint außerdem das Buch „Wissenswertes über Wirringen“ von Reinhard Beer mit 406 Seiten Dorfgeschichte.

Das Jubiläumslogo zur 1000-Jahr-Feier - 2025
Die Ortsfeuerwehr Müllingen-Wirringen besteht seit zehn Jahren.
Mehr über die Geschichte Wirringens erfährst du im Buch „Wissenswertes über Wirringen“ und in den früheren Chroniken.